Norwegen

Abenteuer über dem Polarkreis

Montag, 1. November 2021

Die Lofoten begrüssen uns, wie Bodø uns verabschiedet hat – mit Regen und Wind. Daher entscheiden wir uns, die ersten beiden Tage auf den Lofoten mit waschen, putzen und arbeiten zu verbringen bis das Wetter wieder etwas besser ist. Ab und zu schaut kurz die Sonne raus, was zu dramatischen Stimmungen am Himmel führt. Die Berge sind mittlerweile schon sehr weiss und die Temperauren deutlich gesunken. Wir sind froh um unsere Standheizung und die warmen Kleider…

Aussicht vom Camping Moskenes
Aussicht vom Camping Moskenes

Unser erster Halt ist in Å, dem Städtchen mit dem kürzesten Namen in ganz Norwegen. Es ist ein verschlafenes kleines Kaff mit roten Häusern und Stockfisch-Gestellen.

Im äussersten Ort der Lofoten: Å

Nach dieser Entdeckungstour geht es weiter nach Reine für einen kleinen Fotostop und zum Strand von Ramberg, der uns wahnsinnig gut gefällt. Es ist aber nicht der einzige schöne Strand auf den Lofoten; immer wieder finden wir Übernachtungsplätze direkt am Meer mit einem erstklassigen Panorama.

Reine/Hamnøya
Ytresand Strand
Ytresand Strand
Ramberg bzw. Ramberg Strand
Ramberg bzw. Ramberg Strand

Unser Weg führt uns weiter nordwärts, an den Myrland Strand, den Gimsøy Strand und zum Städtchen Henningsvær. Mittlerweile zeigt sich auch die Sonne immer öfter. Wir sind begeistert von der Natur um uns herum und geniessen die Stille der Nebensaison. Wir haben die Lofoten gefühlt für uns alleine. Trotz aller Schönheit der Umgebung, fehlt uns noch ein entscheidendes Erlebnis – wir möchten die Polarlichter sehen. Vor allem Jessy kann es kaum erwarten, ist die Aurora Borealis doch schon seit Kindheit ein Traum von ihr.

Myrland Strand
Henningsvær
Henningsvær

Es wird immer kälter, die Landschaft immer weisser und die Nächte immer klarer und dann endlich – die Aurora Borealis in mitten einer weisssen Winterlandschaft! In einer einsamen Ecke auf der Insel Langøya sehen wir zum ersten Mal auf unserer Reise die Polarlichter. Bewaffnet mit Kamera und Stativ halten wir diesen Moment fest, schade ist nur dass der Vollmond mitten in die Szene rein leuchtet.

Auf der Fähre auf die Insel Langøya
Aurora Borealis, leider bei Fastvollmond

Die Landschaft um uns herum ist nun ganz in weiss gekleidet und die Strassen mit Schnee bedeckt. Wir legen einen Fahrtag ein und fahren zurück auf die Insel Hinnøya in einen Wald, wo wir eine Elchkuh und ihre beiden Jungen entdecken. Leider waren wir zu langsam und die Elchkuh zu vorsichtig, es gab nur ein verwackeltes Handyfoto…

Winterstimmung am Eidsfjord

Da der Füllstand vom Gas zum Kochen ein wenig tief ist, müssen wir nach Harstad, einer ziemlich grossen Stadt (für hiesige Verhältnisse), knapp vor den Lofoten. Dort befindet sich die einzige Gas-Tankstation im Umkreis. Und, da die Strassen in Norwegen nur geräumt und nicht gesalzen werden, ist ein guter Winterpneu ein Muss. Um Björns Schuhe noch etwas wintertauglicher zu machen, bringen wir ihn zu einem Fachmann, ebenfalls in Harstad, der unser bestehendes Profil mit zusätzlichen Schnitten über die gesamte Lauffläche versieht. Dies wirkt sich mit erhöhtem Grip auf festgefahrenem Schnee aus.

In der Nähe von Harstad
In der Nähe von Harstad

Wir lassen die Lofoten hinter uns und fahren weiter nach Tromsø, der nördlichsten Grossstadt Norwegens (mit weniger Einwohner als bspw. Luzern oder St. Gallen…). Da wir eh noch einkaufen müssen, entscheiden wir uns für einen Stadtbummel an der Hafen-Promenade. Nach wenigen Schritten steigt Jessy ein wohlriechender Duft in die Nase, der Duft von frischem Glühwein! Da es nie zu früh ist für einen Glühwein, gönnen wir uns einen Becher. Zuerst dachten wir, wir hätten gleich den ganzen Stand gekauft, es stellte sich aber heraus dass man für NOK 170 (ca. CHF 18.—) wirklich nur zwei Becher bekommt. Die sollte man aber dann nicht auf der Strasse trinken, sonst ist man gleich nochmals um NOK 1000 Busse ärmer. Zum Glück gibt es neben dem Stand einen Sitzgelegenheit mit Lagerfeuer und Rentierfellen.

Tromsø

Da wir Ende Oktober am Nordkap sein wollen, fahren wir weiter Nordwärts. Es sind noch gute 600 km bis wir unser grosses Ziel dieser Reise erreicht haben. Wir legen einige Fahrtage ein, die uns durch weisse, zuweilen baumlose Landschaften führt. Städte gibt es keine mehr, nur noch Dörfer und Siedlungen, die aber mit allem ausgestattet sind, was man so braucht. In Honninsvåg gehen wir im nördlichsten Lebensmittelgeschäft Europas einkaufen.

Sorry für die Bilderflut… Aber wir hätten hier jeden zweiten Kilometer anhalten können
Sorry für die Bilderflut… Aber wir hätten hier jeden zweiten Kilometer anhalten können

Und dann haben wir es geschafft. Nachdem wir uns bei Dunkelheit durch einen Schneesturm bis ganz nach oben gekämpft haben, stehen wir am Nordkap. Es ist dunkel und extrem windig (Böen mit bis zu 70 km/h) als wir ankommen und wir verbringen eine sehr unruhige Nacht dort. Sogar die Aurora zeigt sich in dieser Nacht, jedoch ist es so windig, dass das Stativ für die Langzeitbelichtung keine Chance hat. Am nächsten Morgen hat der Wind deutlich nachgelassen und wir erkunden zu Fuss die nördlichste Ecke Europas. Nebst verschiedenen Kunstwerken aus Bronze und Stein, geniessen wir die Aussicht auf das Polarmeer und die Klippen und machen natürlich das obligate Foto vor der Weltkugel.

Am Nordkap, dem nördlichsten Punkt von Festlandeuropa

Es ist schon etwas überwältigend, nach mehr als vier Monaten und mit über 10'000 gefahrenen Kilometern jetzt hier zu stehen und in die Ferne zu schauen. Eine tiefe Dankbarkeit und Freude macht sich breit – wir haben es geschafft, problemlos und unversehrt und mit einem Rucksack voller unglaublicher Erinnerungen.

Vom Nordkap zur finnischen Grenze
Norwegens Norden
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Norwegen

Norwegen ist eines der flächengrössten Länder Europas, aber mit nur 5'391'369 Einwohnern dünn besiedelt. Der Grossteil der Bevölkerung konzentriert sich auf den Süden des Landes.

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen stuft Norwegen seit vielen Jahren als das weltweit am höchsten entwickelte Land ein. Darüber hinaus ist es laut dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist der demokratischste Staat der Welt. Norwegen ist ein sehr wohlhabendes Land; sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war 2016 das dritthöchste der Welt. Das Land verfügt zudem über eines der grosszügigsten und besten Sozialsysteme der Welt.

Die etwa 29'000 km lange Küste des norwegischen Festlandes besteht aus vielen schmalen und tiefen Buchten, den Fjorden, mit denen das salzige Meer vielerorts weit ins Land reicht. Der 200 km lange und an seiner tiefsten Stelle 1300 m tiefe Sognefjord im Fylke Vestland ist der längste und tiefste Fjord Norwegens. Die küstennahen Gebiete sind am dichtesten besiedelt und etwa 80 % der Norweger leben weniger als zehn Kilometer vom Meer entfernt.

Amtssprachen
Norwegisch, Samisch
Hauptstadt
Oslo
Staats- und Regierungsform
parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt
König Harald V.
Regierungschef
Ministerpräsidentin Erna Solberg
Fläche
385'207 km²
Einwohnerzahl
5'391'369
Bevölkerungsdichte
16.5 Einwohner pro km²
Währung
Norwegische Krone (NOK)
Kfz-Kennzeichen
N
Telefonvorwahl
+47
Norwegen

Unsere Reise in Zahlen

i
6942.33 l
Total Benzin verbrannt (sorry)
i
5.62 l
⌀ Gasverbrauch pro Monat
i
16.95 l
⌀ Verbrauch Treibstoff pro 100 km (letzte 1500 km)

Die bisherige Route


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